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Sonntag, 27. Mai 2012

Go West - eine Liebesbotschaft

Alle rammeln sie an die Ostkueste. Es wird in Sydney gelandet – und von Sydney auch wieder los geflogen. Gut, mir nur recht so. Damit habt ihr den schoensten Teil Australiens nicht gesehen und ich hab ihn weiterhin fuer mich. 
Skyline von Perth

Ich lebe in Perth. Westaustralien. Oder kurz und knapp WA. 2,3 Millionen Menschen verteilen sich auf den riesigen Staat Australians, in den Deutschland etwa sieben Mal reinpasst. Man kann also schon sagen, dass man Platz hat. Selbst in WA’s Hauptstadt Perth, mit stolzen 1,6 Millionen Menschen, findet man zwar ueber die Jahre genutzte Trampelwege, aber trotzdem laueft man sich nicht zwangslauefig ueber den Weg.


Der West-Aussie mag es gross. Ihre Buden sind demnach nicht gerade bescheiden, immer mindestens zwei Baeder, drei Schlafzimmer und drei Geschosse. Man kann ja ausbauen, Land ist reichlich da und Kohle auch. Warum also geizen? Wer gedacht hat, dass die Deutschen ihr Haus am meisten lieben, irrt. Der Klischee-Australier will eine grosse Huette mit riesigem Garten und mindestens zwei grossen Garagen, in denen auch beide 4WD-Fahrzeuge Platz haben. 

Allradfahren, 4WD, ist sehr beliebt. Nur etwa eine Autostunde von Perth entfernt, gibt es einige wilde Tracks, schlammig oder hart, fuer Anfaenger oder Koenner. In der Natur ist man auch von Perth recht schnell. Und wenn es mal mehr Tage frei sind, duesen die Aussies auch schon mal weiter weg: „Down South“ Richtung Margaret River oder gleich die 700 Kilometer bis nach Esperance, dem so ziemlich letzten nennenswerten Spot im Suedosten WA’s, bevor es durch die Nullarbor-Wueste Richtung South Australia geht. „Up North“ ist schon ein Stueckchen weiter entfernt von Perth. Sagen wir, mindestens um die 2000 Kilometer. Wochenendtrip also ausdruecklich nur per Flugzeug empfohlen. 
Cape Le Grand NP
Kennedy Beach, Esperance

Egal, wo es hingeht, belohnt wird man mit fantastischen 4WD Tracks ueber kilometerlange Sandduenen, Felsen oder entlang traumhafter Straende, einsam und unberuehrt. Straende so weiss wie Zuckerwatte, so weich wie Pulver und das Wasser so tuerkis-klar wie in Reisemagazinen beworben.   





Hellfire Bay, Esperance
Lucky Bay, Esperance
Rottnest Island bei Perth
Auf der Strecke schier endloses Farmland und waschechten Aussie-Bauern, Wildlife und Wildflowers und jeder Menge echter Australier. Eben jene Australier vom Land, sogenannte „Country People“, rau, doch warmherzig, mit knackigem Humor und einem unglaublichen Durst nach Bier. 

Ackerland
Schmeckt das Aussie-Bier doch manchmal nach Mineralwasser mit Hefegeschmack, so ist es immerhin eiskalt, was nach nach einem heissen Tag im Outback doch sehr erfrischend sein kann.

Im Outback-Pub wird einem auch schnell ein Gespraech ans Bein gebunden. Und nen Drink als Frau sowieso. Gerne auch ein Zweites und Drittes. „Too easy mate“. West-Aussies sind nicht nur verdammt nett, sondern auch grosszuegig.
 
Der typische West-Aussie ist locker drauf, relaxt, arbeitet viel, aber nicht nach fuenf nachmittags und schon gar nicht nach drei an einem Freitag, haelt sich verdammt gerne im Freien auf, macht Sport, trinkt gerne und ausgiebig und ist einfach nicht so snobistisch wie ein typischer Ostkuestler. Alles laueft etwas langsamer, es ist ja so heiss hier, weniger Hektik und mehr Freizeit scheint eine gute Mischung. Und am Ende stimmt auch noch die Kohle. In Westaustralien werden derzeit die hoechsten Gehaelter des Landes gezahlt. 
Arbeit in Port Hedland, Up North
Mine um Kalgoorlie
Dank des unglaublichen Rohstoffreichtums und dem damit verbundenen Minenboom hat ein normaler Handwerker locker seine 100.000 Aussie-Dollar pro Jahr auf dem Konto; Minenarbeiter mal locker das Doppelte und jede normale Putze mindestens 50.000. Hier in West-Australien befindet man sich einfach immer auf der Sonnenseite des Lebens. Natuerlich nur wenn man will. 
 Ach ja, glaubt man den maennlichen Geschoepfen, sollen in Perth angeblich die schoensten Maedels des Landes wohnen.Gut, haetten wir das also auch geklaert.
In diesem Sinne: Bleibt ruhig im Osten, lasst den Westen verschont von Touristenschwaermen und blutjungen Nerv-Backpackern. Kommt rueber, wenn ihr reifer seid und ein grosses Stueck des echten Australiens kennenlernen wollt. 
Einsam und verlassen: Kennedy Beach bei Esperance
 I LOVE WA!  

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